Die alten Bestände (vor 1789)

Abbildungen der Tätigkeit der Freien Reichsstadt, die alten Serien des Archivs von Straßburg sind in einer besonderen Art und Weise organisiert.

Ein Schwörbrief der Stadt Straßburg (jpg - 162 Ko)

Ein Schwörbrief des Stadt Straßburg

Trotz eines durch das Unterstaatssekretariat für Bildende Künste auferlegten Versuchs, wendet das Archiv von Straßburg nicht den Rahmen der Klassifikation von 1857 an. Sie sind alle inventarisiert und mit Suchinstrumenten ausgestattet.

Die alten Serien sind durch römische Ziffern gekennzeichnet, eingeführt in 1952. Nur die Serie AA wurde durch die Zerstückelung der anderen Serien gebildet, darunter die Serie An der Saul und durch Hinzufügen von Dokumenten des königlichen Kreditgebers.


Die Serien I bis VIII

Die als I bis VIII klassifizierten Serien beinhalten die Dokumente nach ihrem ursprünglichen Aufbewahrungsort: Pfennigturm, Keller unter der Pfalz, Keller vor dem Zimmer… Die Zeichen, die diese Aufbewahrungsorte bezeichnen, wurden als Klassifizierungen in den alten Veröffentlichungen genutzt (Urkundenbuch der Stadt Straßburg; Regesten der Bischöfen von Straßburg). Hier die Korrespondenz darüber:

  • Serie I: IDG - Inneres Dreizehner Gewölbe (Rest der Serie AA),
  • Serie II: VDG - Vorderes Dreizehner-Gewölbe (Rest der Serie AA),
  • Serie III: GUP - Gewölbe unter der Pfalz,
  • Serie IV: Satz von nicht klassifizierten Dokumenten anderswo, sicherlich mit übriggebliebenen  Stücken aus der Aufruhr des Rathauses im Jahre 1789 und auch Stücke, die nach 1890 erworben wurden. Letztlich, Archivalien von François-Henri Hennenberg
  • Serie V: Satz von Dokumenten, 1789 im Rathaus in Besitz genommen und in der städtischen Bibliothek bis 1867 aufbewahrt,
  • Serie VI: VCG - Verschlossenes Cantzlei-Gewölbe. Hinzu kommen einige der von Saint- Thomas 1893 übertragenen Dokumente, die anderen wurden in der Ergänzung AA klassifiziert,
  • Serie VII: PTG - Pfennig-Thurm-Gewölbe. Dieses relativ homogene Ensemble besteht aus den Archivalien der Finanzbehörde der Stadt,
  • Serie VIII: Kartause und Kloster von Saint-Nicolas-aux-Ondes.

Es gibt keine besondere Logik in dieser ursprünglichen Aufteilung.


Die Serien IX bis XIII

Die Serien IX bis XIII sind von anderer Art:

  • Die Serie IX umfasst die Dossiers des Kaiserlichen Hofgerichts in Rottweil und des  Reichskammergerichtes in Wetzlar sowie des Deutschen Ordens,
  • Die Serie X besteht aus der Sammlung Fernand Heitz (gestorben 1963), zusammengesetzt aus zahlreichen, einst den öffentlichen Archivalien entstammenden Stücken,
  • Die Serie XI umfasst die Archivalien der zwanzig Zünfte und der Kaufmannschaft,
  • Die Serie XII enthält die Dokumente der Münze,
  • Die Serie XIII umfasst schließlich die alten Inventare, oft zerstückelt, vor allem aber enthält sie das Statutenrepertorium (XIII 1).

Es handelt sich um Dossiers oder einzelne Stücke. Bestimmte Arten von Dokumenten sind separat klassifiziert: die Register und Pergamente. Dies ist gerechtfertigt aus praktischen und rationalen Gründen (Serie homogener Register), kann aber für einen Suchenden, der eher mit einer Klassifizierung nach Herkunft oder Sachgebiet vertraut ist, bedauerlich scheinen.


Die Urkunden

Die Dokumente auf Pergament und zum größten Teil versiegelt, werden getrennt aufbewahrt, in einer sehr schönen Serie von Urkunden (Klassifizierung CH), erstellt kurz vor 1894. Das numerische Verzeichnis  (fast 10.000 Nummern), gibt jedoch die ursprüngliche Verbindung an. Die Urkunden  vor 1400 werden in der Regel im Urkundenbuch der Stadt Straßburg veröffentlicht, wenn sie die Stadt betreffen.


Die Register der Räte

Die Register der Räte der Stadt (XVI. Jahrhundert - 1790) werden in den Unterserien der Serie R aufbewahrt. Dort finden sich auf die Register der Mittelkommission aus der Zeit kurz vor der Revolution.

Darüber hinaus werden die Verordnungen in der Unterserie MR 1 zusammengefasst (Verordnungen und Entscheidungen der Regierung der Stadt) und in der Unterserie R 2M (königliche Edikte und Entscheidungen). Diese beiden Unterserien werden durch die Serie LDA in ihrer ersten Ausgaben abgeschlossen.

Die Unterserie 6 R enthält Chroniken und Beschreibungen der Regierung der Stadt sowie die Bürgerbücher.

Schließlich stellt die Kammerstube (1398-1794) ein bedeutendes Ensemble dar, klassifiziert als KS. Es handelt sich um Register von Protokollen von Urkunden der Stadtkanzlei und des Offizialats, dann der Kammerstube, die 1575 gegründet und bis 1795 beibehalten wurde.

All diese Bestände sind in dem Leitfaden der handschriftlichen Quellen der Geschichte der Stadt Straßburg, von Jean-Yves Mariotte beschrieben, erschienen im Jahr 2000.